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Wie funktionieren die Sensoren des Drehtellers?


Foox
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Hi zusammen,

folgende Frage stelle ich hauptsÀchlich aus technischer Neugier:

Wisst ihr, welche Sensorik verwendet wird, um die Position des Drehtellers zu erkennen? Ich gehen Mal davon aus, dass es diese zwei kleinen vergossenen Bauteile sind, die von der Platine aus auf den Drehteller schauen. Sind das Hall-Sensoren? Und falls ja, wie lesen die anhand der Kupfer(Leiterbahnen)-flĂ€chen auf dem Drehteller die Position aus? Wird da womöglich bei der Initialisierung des Wagens wĂ€hrend der ersten Drehung irgendeine magnetische Information polarisiert/codiert? Aber wie wĂŒrde eine Magnetisierung auf Kupfer funktionieren?

Fragen ĂŒber Fragen ... helft mir bitte beim Knobeln oder mit Informationen!

Danke,

Markus

 

Edit: Bild hinzugefĂŒgt von den vermutlich Hall-Sensoren

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Ok, habe lange genug gegrĂŒbelt und es rausgefunden. Es ist auch ein optischer Sensor (bzw ein Paar davon). Wenn man mit der Handykamera im eingeschalteten Zustand fotografiert, sieht man dass je eine HĂ€lfte leuchtet - also IR. Die andere HĂ€lfte ist dann vermutlich der IR-EmpfĂ€nger. Die KupferflĂ€chen auf der Drehplatine dienen dabei wohl "nur" als Reflektor.

Jetzt muss ich wohl weitergrĂŒbeln, wie das Problem des SeitwĂ€rtsfahrens damit zusammenhĂ€ngt.

 

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Es sind insgesamt 45 Abschnitte, einer davon ohne Beschichtung. 360° duch 45 sind 8 Grad. Dann wĂ€re die Frage warum es zwei Sensoren sind. Sichern sie sich gegenseitig ab oder sind sie etwas versetzt und machen aus den 8° sogar 4° Genauigkeit. Eventuell wird bei dem Kalibrierungslauf oder beim nachregeln nach EinschlĂ€gen einer der Abschnitte "ĂŒbersehen" und eine etwas schiefe Position als Nullwert angenommen.

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... und jetzt fĂ€ngt es an, mir Spaß zu machen, obwohl mein M3 nicht richtig funktioniert. 😉
 

Erstmal ein paar grundlegende Beobachtungen:

1) es sind nicht 45 erkennbare Abschnitte, sondern 88 messbare und 90 plausibilisierbare. Der Sensor kann Kupfer und rohe Platine unterscheiden. 44 Kupfer-Patches plus 44 Platinenabschnitte ergibt 88. Das eine fehlende Kupfer-Patch (und den zugehörige Platineabschnitt) kann er aus den Erfahrungswerten extrapolieren. Außerdem liegt der fehlende Kupferabschnitt auf der Seite des Drehtellers, der nur in ganz seltenen Fahrsituationen (z.B. Fahrzeug rollt aus einem ĂŒberzogenen Drift rĂŒckwĂ€rts) unter die Sensoren kommt. Man kann also mit einem Sensor bis auf 4 Grad-Abschnitte prĂ€zise messen.

2) Die beiden Sensoren liegen nicht spiegelsymmetrisch zur Fahrzeug-LĂ€ngsachse sondern leicht versetzt. Auch der fehlende Kupfer-Patch liegt nicht genau auf der Symmetrielinie des Fahrzeugs. Da wird also sowieso in der Software hin und herberechnet, um die Geradeaus-Ausrichtung zu bestimmen.

 

Meine Annahmen:

a) Redundanz halte ich bei den Sensoren fĂŒr irrelevant, da es kein eindeutig richtiges Ergebnis gibt, wenn die Sensoren unterschiedliche Ergebnisse liefern. Damit wĂ€re eine Kontrollmessung eines zweiten Sensors nicht verwertbar, den Einbau eines redundanten Sensors kann man sich sparen.

b) Die leichte Assymetrie bei den zwei Sensoren könnte darauf hindeuten, dass man tatsĂ€chlich noch feiner (also bis auf 2 Grad) messen kann. Das halte ich aber fĂŒr nicht notwendig bei den Racern. Ich vermute eher, das der zweite Sensor dafĂŒr genutzt wird, um bei dem fehlenden Kupfer-Patch nicht plausibilieren zu mĂŒssen sondern eben ĂŒber den zweiten Sensor zu messen, wenn das fehlende Kupfer unter dem Hauptsensor durchwandert.

 

Erste Schlussfolgerung:

Wenn die oben gemachten Beobachtungen und Annahmen stimmen, wĂŒrde ich interpretieren dass der Racer solange zuverlĂ€ssig funktioniert, wie der fehlende Kupfer-Patch nicht unter dem Haupt-Sensor durchlĂ€uft. Sobald er dies tut, wĂŒrde mit den oben genannten Annahmen der zweite Sensor einspringen und die Patch-ZĂ€hlung kurzfristig ĂŒbernehmen. Wenn dabei ein Fehler gemacht wird (z.b. weil der zweite Sensor defekt oder falsch kalibriert ist), wĂŒrde das fĂŒr eine fehlerhafte Ansteuerung des Stellmotors sorgen und letztlicht das schrĂ€ge Fahren auslösen, bis alles neu kalibriert wird. Auch könnte man darĂŒber erklĂ€ren, weshalb manche Racer endlos kalibrieren, das wĂ€re dann der Fall, wenn die zwei Sensoren sich nicht einig sind, wann das fehlende KupferstĂŒck durchwandert.

 

... so, viel geschrieben, einiges spekuliert und kein bisschen nĂ€her an einer praktischen Lösung. Bin offen fĂŒr Korrekturen, andere Gedanken oder ErgĂ€nzungen.

 

Noch eine ErgÀnzung:

Es sind vermutlich auch nicht 90 hart abgegrenzte Abschnitte sondern der Sensor dĂŒrfte sowas wie eine Sinuswelle ausspucken, wenn der Drehteller mit konstanter Geschwindigkeit dreht. Man mĂŒsste also sogar in der Lage sein, diverse Zwischenpositionen zuverlĂ€ssig zu berechnen.

 

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Aus dem Bauch raus wĂŒrde ich sagen ,der Drehteller braucht Strom und eine Datenverbindung zur Übertragung der Steuerbefehle an die Motoren und die RĂŒckmeldung der Target-Erkennung.

Ich vermute mal ein Àhnliches Setup wie USB ... also:

* Masse

* Versorgungsspannung

* Daten (+)

* Daten (-)

 

Aber da habe ich noch nix gemessen oder untersucht. Also reine Spekulation.

 

Interessant finde ich auch, dass auf der Hauptplatine und im Chassis bereits ein (ungenutzter) Slot fĂŒr einen fĂŒnften Pin angelegt ist. WĂŒrde mich Mal interessieren, wofĂŒr dieser vorbereitet war. Aber das könnten wohl nur die Entwickler beantworten.

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Update zu den Pins:

Da hab ich wohl vorschnell geantwortet. Habe jetzt nochmal geschaut und es sind fĂŒnf Pins auf drei Schleifbahnen. Und ein sechster Pin ist vorbereitet aber nicht angelegt. Damit wĂŒrde ich folgende Belegung vermuten:

* Masse (doppelt ausgelegt)

* Versorgungsspannung (doppelt ausgelegt)

* Daten (+) (einfach ausgelegt)

 

Weiter wĂŒrde ich vermuten, dass die Daten auf eine gemeinsame Masse/Minus mit der Versorgung zugreifen. Bei niedrigen benötigten Datenraten sollte das kein Problem sein.

 

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Ist denn da unter dem Teller noch Elektronik?

Ich denke eher das sind schlicht die +und- Pins der zwei Antriebsmotoren, oder?

Eine zuverlĂ€ssige Datenverbindung ĂŒber so einen Schleifkontakt kann ich mir kaum vorstellen...

Hab meinen Racer aber auch noch nie auseinander genommen....

đŸ€”

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Doch doch, da steckt Ă€hnliche Sensorik drin wie in einer alten Computer-Maus - optische Sensoren die genau messen, wie weit sich jeder Motor gedreht hat. Die Motoren drehen nicht frei nach Stromzufuhr sondern werden genau gefĂŒhrt, Ă€hnlich wie ein endlos drehbares Servo.

Und zum Thema Datenverbindung: Durch PrĂŒfsummen, Redundanz und ACK/Resend kann man in fast jedem Medium eine zuverlĂ€ssige Datenverbindung aufbauen ... je schlechter die Verbindung desto geringer ist halt nur die Datenrate.

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  • 10 Monate spĂ€ter...

Hallo Foox, 

mit diesem Thema habe ich mich gezwungenermassen auch schon auseinandergesetzt. Die Robotik hat ein inkrementales Messsystem und holt sich ihre Grundstellung beim Einschalten. 

Da mein roter BMW leider nicht mehr seinen Nullpunkt findet, bin ich der Sache auf den Grund gegangen und wollte durch Ausschliessen herausfinden wiher es kommt. Nach viel probieren und endlosem auseinanderbauen und wieder zusammen schrauben tauschte ich die runde Antriebseinheit gegen eine andere, und diese funktionierte  problemlos. Das Problem sitzt also in der AE.

Die Sensoren, bestehend aus diesen zwei herausstehenden Leseköpfen mit jeweils zwei Einbuchtungen in der Hauptplatine scheinen ja zu funktionieren.

Jetzt stellt sich mir die Frage:

Ist das ganze ein optisches oder elektrisches System? 

Bei einem rein optischen System gibt es bessere Alternativen, die stÀrker reflektieren.

Warum mĂŒssen sie aus Metall sein? Möglicherweise wird hier auch Spannung angelegt und diese erkannt? 

WĂ€re schön das mal herauszufinden, die Herren MĂŒller!

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Klasse Video! Da lagen meine Spekulationen ja ziemlich richtig  ... 🙂 

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 bevor du lange experimentierst: Es gab mal eine Anleitung, dass man die Hauptplatine möglichst weit nach vorne drĂŒckt, bevor man sie mit der Schraube fixiert. Das verbessert wohl die Messung der IR-Reflektion (vermutlich weil der Sensor dann an besserer Stelle sitzt). Probier das vielleicht als erstes, um dein Problem zu lösen.

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Oh wow danke fĂŒr die schnelle Antwort!! Also doch optisch, sehr interessant! Werde es mit dem nach vorne schieben nochmal probieren, vielleicht hilft es ja.

Was macht ihr um diese Platine sauber zu halten, oder wie kann ich die Reflexion verbessern? Hatte es mit Alkohol saubergemacht hat leider nicht geholfen...

Die MetallplÀttchen sind ja dann ein rein passives Bauteil, solange sie vorhanden sind sollte es funktionieren. Deswegen verstehe ich immer noch nicht das es mit einer anderen Antriebseinheit (die Runde) problemlos in meinem Racer funktioniert.

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